Symbolbild: Eine Sternschnuppe über einer Steilküste. Die Aufnahme zeigt nicht die Orioniden 2026.
In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, vom 21. auf den 22. Oktober, haben die Orioniden 2026 ihren Höhepunkt. Der Meteorstrom ist schon seit Anfang Oktober aktiv und läuft noch bis zum 7. November, in diesen Tagen ist er aber am ergiebigsten. Am besten stehen die Chancen in den frühen Morgenstunden am Donnerstag, ungefähr von 3 Uhr bis zum Beginn der Morgendämmerung gegen 6 Uhr MESZ. Dann ist der Mond untergegangen, und das Sternbild Orion, aus dessen Richtung die Sternschnuppen zu kommen scheinen, steigt vom Südosten immer höher an den Südhimmel.
Rechnerisch erreicht der Strom sein Maximum schon am Mittwochabend gegen 20:30 Uhr. Zu dieser Zeit ist der Orion in Deutschland aber noch gar nicht aufgegangen, er kommt erst ab etwa 22 Uhr über den Horizont. Weil die Orioniden kein scharfes Maximum haben, sondern über mehrere Tage ähnlich aktiv bleiben, ist das kein Nachteil. Die meisten Sternschnuppen siehst du trotzdem erst in den Morgenstunden danach, wenn der Orion hoch steht.
Der Mond geht rechtzeitig unter
Der Mond ist in dieser Nacht zu gut 80 Prozent beleuchtet, sein Licht macht den Himmel am Abend und vor Mitternacht stark hell. Wann er untergeht, hängt vom Ort ab; die Zeiten reichen von etwa 2:50 Uhr in Berlin bis 3:20 Uhr in Köln. Von da an ist es bis etwa 6 Uhr richtig dunkel, und in diesen Stunden erreicht der Orion auch seinen höchsten Stand. Voll ist der Mond erst am 26. Oktober.
Unter einem dunklen Landhimmel sind dann nach Angaben der NASA etwa 10 bis 20 Sternschnuppen pro Stunde möglich, in der Stadt deutlich weniger. Das klingt nach wenig, doch die Orioniden gelten als einer der schönsten Ströme des Jahres. Ihre Teilchen treffen mit rund 66 Kilometern pro Sekunde auf die Erdatmosphäre, das sind fast 240.000 Kilometer pro Stunde. Viele Meteore sind deshalb hell, und hinter manchen glimmt noch einige Sekunden lang ein Leuchtstreifen nach. Ab und zu ist auch eine Feuerkugel dabei, ein besonders heller Meteor. In einigen Jahren war der Strom deutlich stärker: Von 2006 bis 2009 zählten Beobachter nach Angaben der Internationalen Meteororganisation über mehrere Tage zwei- bis dreimal so viele Meteore wie üblich. Ob es 2026 wieder so kommt, lässt sich nicht vorhersagen.
So klappt die Beobachtung
Weder Fernglas noch Teleskop sind nötig, denn beide erfassen nur ein kleines Stück des Himmels. Mehr bringen ein Platz, an dem keine Straßenlaterne stört, eine Liege oder Isomatte und eine warme Decke – Oktobernächte werden kalt. Bis sich deine Augen ganz auf die Dunkelheit eingestellt haben, vergeht etwa eine halbe Stunde. Das Handy bleibt in dieser Zeit am besten in der Tasche. Den Blick musst du nicht starr auf den Orion richten. Die Sternschnuppen können überall am Himmel aufleuchten, und ein gutes Stück neben dem Radianten, dem Punkt, von dem sie scheinbar ausgehen, sind ihre Spuren länger und eindrucksvoller. Der Radiant liegt etwas nördlich von Beteigeuze, dem hellen, rötlichen Schulterstern des Orion.
Hast du am Donnerstagmorgen Pech mit dem Wetter, kannst du es in den Nächten davor und danach versuchen. In der Nacht zum Mittwoch geht der Mond sogar schon zwischen halb zwei und kurz nach 2 Uhr unter, in der Nacht zum Freitag dagegen erst zwischen 4 und 4:30 Uhr.
Staub vom berühmtesten Kometen
Die Orioniden stammen vom Halleyschen Kometen, dem wohl bekanntesten Kometen überhaupt. Jedes Mal, wenn er auf seiner Bahn in die Nähe der Sonne kommt, verliert er Eis und Staub. Diese Teilchen verteilen sich entlang seiner Bahn, und zweimal im Jahr fliegt die Erde durch diese Staubspur: im Oktober bei den Orioniden und im Mai bei den Eta-Aquariiden.
Für eine Runde um die Sonne braucht Halley etwa 76 Jahre. Benannt ist er nach dem englischen Astronomen Edmond Halley, der Anfang des 18. Jahrhunderts erkannte, dass mehrere ältere Kometensichtungen zu ein und demselben Himmelskörper gehörten, und seine Wiederkehr vorhersagte. Zuletzt war der Komet 1986 mit bloßem Auge zu sehen, das nächste Mal kommt er erst 2061 wieder in die Nähe der Sonne. Bis dahin kannst du jedes Jahr im Oktober zumindest seinen Staub als Sternschnuppen aufleuchten sehen.