Was ist ein Radiant in der Astronomie?

Der Radiant (auch Strahlungspunkt oder Radiationspunkt) ist der scheinbare Punkt am Himmel, aus dem die Sternschnuppen eines Meteorstroms kommen.

Wichtig:
Der Radiant ist kein realer Ort, an dem die Meteore tatsächlich entstehen. Er ist lediglich eine Perspektiventäuschung – ähnlich wie die Schienen eines Bahngleises, die sich in der Ferne scheinbar treffen.

Wie entsteht der Radiant?

  1. Die Erde bewegt sich mit ~30 km/s um die Sonne.
  2. Ein Meteorstrom besteht aus vielen winzigen Partikeln, die alle fast parallel auf parallelen Bahnen die Sonne umlaufen.
  3. Wenn die Erde durch diese Staubspur fliegt, treffen die Partikel aus einer einzigen Richtung auf die Erdatmosphäre.
  4. Für einen Beobachter auf der Erde sehen alle diese Meteore so aus, als kämen sie aus einem gemeinsamen Punkt – dem Radiant.

Beispiele bekannter Radianten:

MeteorstromRadiant liegt im SternbildHöhepunktTypische ZHR*
PerseidenPerseus12.–13. August80–150
GeminidenZwillinge (Gemini)13.–14. Dezember80–150+
LeonidenLöwe (Leo)17.–18. November10–20 (normal)
QuadrantidenBärenhüter / Drache (Bootes/Draco-Grenze)3.–4. Januar80–120
LyridenLeier (Lyra)21.–22. April10–20

*ZHR = Zenithal Hourly Rate = theoretische Maximalrate bei perfektem Himmel und Radiant im Zenit

Merksatz für den Radiant:

Je höher der Radiant am Himmel steht, desto mehr Meteore sieht man – deshalb sind die besten Beobachtungsstunden meist in der zweiten Nachthälfte, wenn der Radiant höher steht.

Der Radiant kurz zusammengefasst:

Der Radiant ist der scheinbare Ursprungspunkt eines Meteorstroms am Sternenhimmel – er zeigt die Richtung, aus der die Staubpartikel relativ zur Erde anfliegen.

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