Die Zenithal Hourly Rate (ZHR) ist eine standardisierte Maßeinheit in der Astronomie, die die Aktivität eines Meteorstroms angibt. Sie beschreibt die theoretische Anzahl der Meteore pro Stunde, die ein Beobachter unter idealen Bedingungen sehen würde – also bei klarem, dunklem Himmel (Grenzgröße 6,5 Magnituden), ohne Lichtverschmutzung und wenn der Radiant (der scheinbare Ursprungspunkt der Sternschnuppen) genau im Zenit (senkrecht über dem Beobachter) steht.
Die ZHR wird nicht direkt gemessen, sondern aus realen Beobachtungen berechnet. Sie berücksichtigt Korrekturen für:
- Die Höhe des Radianten (je niedriger, desto weniger Meteore sichtbar)
- Atmosphärische Bedingungen und Sichtbehinderungen
- Die Beobachtungsdauer und -qualität
Wichtige Fakten zur ZHR:
- Eine ZHR von 10 bedeutet: Unter Idealbedingungen wären 10 Meteore pro Stunde sichtbar.
- In der Realität liegt die tatsächliche Rate (Observed Hourly Rate, OHR) meist niedriger, oft nur 20–50 % der ZHR.
- Bei starken Strömen kann die ZHR extrem hoch sein – z. B. bei Leoniden-Stürmen bis zu 100.000/h.
Beispiele für bekannte Meteorströme und ihre typischen ZHR-Werte:
| Meteorstrom | Typische ZHR | Höhepunkt | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Perseiden | 80–150 | 12.–13. August | Sehr zuverlässig, viele helle Meteore |
| Geminiden | 80–150+ | 13.–14. Dezember | Oft der stärkste Strom des Jahres |
| Leoniden | 10–20 (normal) | 17.–18. November | Bei Stürmen bis 100.000+ |
| Quadrantiden | 80–120 | 3.–4. Januar | Sehr kurz, aber intensiv |
Die ZHR ist ein wertvolles Werkzeug für Astronomen und Sternschnuppen-Beobachter, um die Stärke von Strömen zu vergleichen und Vorhersagen zu treffen. Sie basiert auf globalen Beobachtungsdaten, z. B. von der Internationalen Meteor Organisation (IMO).