Komet Halley: Steckbrief

KI-generierte Illustration: ein Komet mit Staub- und Ionenschweif. Die Abbildung ist kein Foto von Komet Halley.

Komet Halley ist wohl der berühmteste Schweifstern überhaupt. Er taucht ungefähr einmal in einem Menschenleben am Himmel auf, und viele Generationen haben ihn mit Staunen, manchmal auch mit Angst beobachtet. Wenn du wissen willst, was genau ein solcher Himmelskörper ist, lohnt sich zuerst ein Blick auf Was ist ein Komet?. In diesem Halley-Steckbrief bekommst du alle wichtigen Daten auf einen Blick und erfährst, warum dieser Komet für die Wissenschaft so wichtig ist.

Steckbrief: Komet Halley

MerkmalWert
Offizielle Bezeichnung1P/Halley
Umlaufzeitca. 76 Jahre (rund 75,8 Jahre, schwankt leicht)
Kleinster Sonnenabstand (Perihel)ca. 0,58 AE (rund 86 Mio. km)
Größter Sonnenabstand (Aphel)ca. 35 AE (rund 5,3 Mrd. km)
Exzentrizität0,968
Bahnneigungca. 162° (rückläufige Bahn)
Kerngrößeca. 15 × 8 km
Albedo des Kernsca. 0,04
Letzte Perihelpassage9. Februar 1986
Nächste Perihelpassageca. 28. Juli 2061
Zugehörige MeteorströmeEta-Aquariiden (Mai), Orioniden (Oktober)
Engster VorbeiflugESA-Sonde Giotto, 14. März 1986, ca. 596 km

Eine Bahn wie ein lang gezogenes Ei

Die Bahn von Halley ist extrem gestreckt. Am sonnennächsten Punkt kommt der Komet näher an die Sonne heran als die Venus, am sonnenfernsten Punkt ist er weiter draußen als Neptun. Was diese beiden Wendepunkte bedeuten, kannst du in Was ist das Perihel? und Was ist das Aphel? nachlesen. Den größten Teil seiner Reise verbringt Halley tief in der Kälte des äußeren Sonnensystems, wo er sich nur noch im Schneckentempo bewegt. Nur wenige Monate lang rast er durch die Nähe der Sonne und wird dabei für uns sichtbar.

Besonders ist auch die Richtung: Halley läuft andersherum um die Sonne als die Erde und alle anderen Planeten. Fachleute nennen das eine rückläufige Bahn. Deshalb ist seine Bahnneigung mit etwa 162 Grad angegeben. Gemeint ist: Er bewegt sich gegen die Umlaufrichtung der Planeten, und seine Bahn ist dabei um etwa 18 Grad gegen die Ebene der Planetenbahnen gekippt.

Ein dunkler Kern aus Eis und Staub

Der feste Kern von Halley ist erstaunlich klein und sieht aus wie eine unförmige Kartoffel von etwa 15 Kilometern Länge und 8 Kilometern Breite. Er besteht aus gefrorenem Wasser, anderen Eisarten und viel Staub. Seine Oberfläche ist dunkler als Kohle und wirft nur etwa vier Prozent des Sonnenlichts zurück. Kommt der Kern der Sonne nahe, verdampft das Eis an der Oberfläche, reißt Staub mit sich und bildet die leuchtende Hülle und den langen Schweif, die du am Himmel siehst. Bei jedem Vorbeiflug verliert Halley so eine dünne Schicht seiner Oberfläche, er schrumpft also ganz langsam von Besuch zu Besuch.

Giotto und der Besuch von 1986

Bei seiner letzten Wiederkehr wurde Halley zum ersten Kometen, dessen Kern man aus der Nähe fotografieren konnte. Die europäische Sonde Giotto flog im März 1986 in nur rund 600 Kilometern Abstand am Kern vorbei und lieferte die berühmten Bilder des dunklen Brockens mit seinen hellen Gasfontänen. Zusammen mit Sonden aus der Sowjetunion und Japan bildete Giotto damals eine ganze kleine Flotte, die Halley untersuchte.

Sternschnuppen von Halley

Auch wenn der Komet selbst gerade weit weg ist, kannst du jedes Jahr ein Stück von ihm sehen. Auf seiner Bahn hat er über Jahrtausende Staub verloren, und die Erde kreuzt diese Staubspur gleich zweimal im Jahr. Im Mai entstehen so die Eta-Aquariiden, im Oktober die Orioniden. Wann du die Orioniden am besten beobachten kannst, erfährst du in Orioniden 2026: Beste Zeit in der Nacht zum 22. Oktober. Jede dieser Sternschnuppen ist ein winziges Körnchen, das einst zu Halley gehört hat.

Wann kommt Halley zurück?

Seinen sonnenfernsten Punkt hat Halley Ende 2023 erreicht, seitdem ist er schon wieder auf dem Rückweg. Die nächste Sonnennähe wird für Ende Juli 2061 erwartet. Die Chancen auf einen schönen Anblick stehen dann deutlich besser als 1986, denn diesmal steht der Komet für uns günstiger am Himmel. Wenn du heute jung bist, hast du also gute Aussichten, ihn mit eigenen Augen zu sehen. Wer ihn schon 1986 gesehen hat, hat 2061 vielleicht ein zweites Mal die Chance.

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