In diesem Jupiter-Steckbrief erfährst du das Wichtigste über den größten Planeten unseres Sonnensystems. Jupiter ist der fünfte Planet von der Sonne aus gesehen und mit großem Abstand der größte. Er ist ein Gasriese ohne feste Oberfläche, besteht vor allem aus Wasserstoff und Helium und bringt mehr als doppelt so viel Masse auf die Waage wie alle anderen Planeten zusammen. Trotz seiner gewaltigen Größe dreht er sich schneller als jeder andere Planet um sich selbst, und seine bunten Wolkenbänder machen ihn schon im kleinen Teleskop zu einem der schönsten Ziele am Nachthimmel.
Mit einem Durchmesser von rund 143.000 Kilometern am Äquator würden etwa elf Erden nebeneinander quer über Jupiter passen. Dazu kommt eine riesige Familie von Monden, die ihn fast zu einem eigenen kleinen Sonnensystem macht.
Steckbrief: Der Jupiter
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Durchmesser | 142.984 km (am Äquator) |
| Masse | 1,898 × 10²⁷ kg (317,8 Erdmassen) |
| Mittlere Entfernung zur Sonne | 778,5 Millionen km (5,20 AE) |
| Umlaufzeit (siderisches Jahr) | 4.332,6 Erdtage (ca. 11,86 Erdjahre) |
| Rotationsdauer (siderischer Tag) | 9,925 Stunden |
| Länge eines Sonnentages | ca. 9,926 Stunden |
| Durchschnittliche Orbitalgeschwindigkeit | 13,06 km/s |
| Temperatur | ca. −110 °C (auf Höhe des 1-bar-Niveaus) |
| Schwerkraft an der „Oberfläche“ (1-bar-Niveau) | 24,79 m/s² am Äquator (ca. 2,5-fache Erdgravitation) |
| Dichte | 1,33 g/cm³ |
| Albedo (Rückstrahlvermögen) | ca. 0,34 (Bond-Albedo) |
| Monde | 115 von der IAU anerkannte (Stand: NASA, Oktober 2026) |
| Ringe | ja, schwaches Ringsystem aus Staub |
| Axialneigung | ca. 3,1° |
| Magnetfeld | stärkstes Magnetfeld aller Planeten |
Innerer Aufbau von Jupiter
Wenn du dir Jupiter vorstellst, denk nicht an einen Felsbrocken mit Atmosphäre, sondern an eine riesige Kugel aus Gas, die nach innen immer dichter wird. Unter den Wolken steigen Druck und Temperatur so stark an, dass Wasserstoff erst flüssig wird und tiefer innen sogar elektrisch leitend, fast wie ein Metall. Ganz im Zentrum vermuten Forschende einen Kern aus schwereren Elementen. Messungen der Raumsonde Juno deuten darauf hin, dass dieser Kern nicht scharf begrenzt ist, sondern eher verschwommen in die umgebenden Schichten übergeht.
Umlaufbahn und Rotation von Jupiter
Jupiter umkreist die Sonne in durchschnittlich 778 Millionen Kilometern Abstand, gut fünfmal so weit draußen wie die Erde. Für eine Runde braucht er knapp zwölf Erdjahre. Ganz anders sieht es bei der Drehung um die eigene Achse aus: Ein Tag dauert dort nicht einmal zehn Stunden. Wie das genau zustande kommt, erfährst du im Beitrag Wie lang ist ein Tag auf dem Jupiter?. Durch die schnelle Rotation ist der Planet an den Polen sichtbar abgeplattet. Wie weit er von uns entfernt ist, schwankt je nach Stellung von Erde und Jupiter stark. Mehr dazu erfährst du unter Wie groß ist die Entfernung zwischen Erde und Jupiter?
Wolkenbänder und der Große Rote Fleck
Was du von Jupiter siehst, sind die obersten Wolkenschichten. Helle Zonen und dunklere Bänder ziehen parallel zum Äquator um den Planeten, angetrieben von kräftigen Winden. Die Wolken bestehen unter anderem aus Ammoniak und Wasser. Am berühmtesten ist der Große Rote Fleck, ein gewaltiger Wirbelsturm, der seit fast 200 Jahren beobachtet wird. Er ist größer als die Erde, schrumpft aber seit Jahrzehnten langsam.
Monde und Ringe
Jupiter hat eine riesige Mondfamilie. Nach Angaben der NASA sind derzeit (Stand Oktober 2026) 115 Monde von der Internationalen Astronomischen Union offiziell anerkannt, und immer wieder werden neue kleine Begleiter entdeckt, deshalb kann sich diese Zahl ändern. Die vier großen Monde Io, Europa, Ganymed und Kallisto entdeckte Galileo Galilei schon 1610. Io ist der vulkanisch aktivste Körper im Sonnensystem, Ganymed der größte Mond überhaupt und sogar größer als der Planet Merkur. Unter der Eiskruste von Europa vermutet man einen Ozean aus flüssigem Wasser. Außerdem besitzt Jupiter ein dünnes, dunkles Ringsystem aus Staub, das erst 1979 von der Sonde Voyager 1 entdeckt wurde.
Das Magnetfeld von Jupiter
Der metallische Wasserstoff im Inneren erzeugt das stärkste Magnetfeld aller Planeten. Es spannt eine riesige Magnetosphäre auf, die weit ins All hinausreicht. Darin sind geladene Teilchen gefangen, die einen gefährlichen Strahlungsgürtel bilden und an den Polen leuchtende Polarlichter erzeugen.
Mythologie und Erforschung
Benannt ist Jupiter nach dem obersten Gott der Römer. Am Himmel ist er nach Venus oft der hellste Planet und mit bloßem Auge leicht zu finden. Raumsonden wie Pioneer, Voyager, Galileo und Juno haben ihn aus der Nähe untersucht. Die europäische Sonde Juice startete im April 2023 und soll im Juli 2031 ankommen, um vor allem die großen Eismonde zu erforschen.