Roman-Teleskop startet letzte Testphase vor dem Forschungsbetrieb

Symbolbild: Galaxie. Die Abbildung zeigt nicht das Roman-Teleskop.

Das neue Roman-Teleskop der NASA, benannt nach der Astronomin Nancy Grace Roman, hat den nächsten großen Schritt geschafft. Wie die NASA am 22. Oktober mitteilte, hat das Team die technische Grundprüfung des Observatoriums und seiner Hauptkamera abgeschlossen und die letzte Phase der Inbetriebnahme begonnen. In dieser Phase geht es nicht mehr darum, ob das Teleskop funktioniert, sondern wie gut seine Bilder sind. „Wir haben festgestellt, dass das Observatorium voll funktionsfähig ist“, sagt Julie McEnery, die leitende Projektwissenschaftlerin der Mission. Roman kann sich auf ein Ziel ausrichten und es belichten, von einer Himmelsregion zur nächsten schwenken, und die Daten kommen wie vorgesehen am Boden an. Das Teleskop war am 30. August gestartet und ist weiter auf dem Weg zum Lagrange-Punkt L2, rund 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt.

Schärfer als verlangt

Die gute Nachricht hatte sich schon Mitte Oktober abgezeichnet. Damals justierte das Team die Optik nach, und viel war nicht zu tun: Der zweite Spiegel des Teleskops wurde nur um etwa ein Sechzehntel der Dicke eines menschlichen Haares verschoben. Danach lag die Hauptkamera, das sogenannte Wide Field Instrument, klar über den Erwartungen. Die Vorgabe erlaubte, dass die Optik um rund 90 Nanometer von der perfekten Form abweicht. Erreicht hat das Team 63 Nanometer, also knapp 30 Prozent besser als gefordert. Für die späteren Durchmusterungen des Himmels heißt das, dass alle Aufnahmen schärfer werden als ursprünglich geplant. Auch das zweite Instrument, der Koronagraf, ist inzwischen scharfgestellt. Er soll das Licht naher Sterne abdecken, damit schwache Planeten in ihrer Umgebung sichtbar werden, und diese Fähigkeit in den kommenden Wochen erstmals vorführen.

Eine Sorge hat sich ebenfalls erledigt. Roman hält während einer Aufnahme still, indem es einzelne bekannte Sterne in Blickrichtung genau verfolgt und jede kleine Abweichung sofort ausgleicht. Vorab hatten Fachleute befürchtet, dass diese Feinsteuerung in Regionen durcheinandergeraten könnte, in denen Sterne extrem dicht beieinanderstehen oder hinter dichtem Staub verborgen sind. Testbeobachtungen genau solcher Gegenden haben nach Angaben von Tom Barclay, der für den wissenschaftlichen Betrieb zuständig ist, gezeigt, dass Roman auch dort in allen Fällen hervorragend arbeitet.

Was jetzt noch geprüft wird

In der laufenden Phase macht das Team eine Reihe sorgfältig geplanter Testaufnahmen, auch von bekannten Regionen des Himmels. Damit wollen die Fachleute genau vermessen, wie das Teleskop insgesamt arbeitet, wie die Instrumente auf Licht reagieren und wie sich die Bildqualität weiter verbessern lässt. Das ist mehr als Feinschliff. Roman soll später auch Veränderungen am Himmel festhalten, etwa das Aufleuchten ferner Sternexplosionen. Wären manche Bilder etwas unschärfer oder heller als andere, ließe sich kaum sagen, ob sich ein Objekt tatsächlich verändert hat oder ob nur das Teleskop anders abgebildet hat.

Schon die ersten Testaufnahmen zeigen, worin Romans besondere Stärke liegt: Tempo. Der Astrophysiker Jeremy Perkins aus dem Roman-Team staunt nach eigenen Worten darüber, wie viele Details das Teleskop in sehr kurzer Zeit liefert. Mit einer typischen Aufnahme der Hauptkamera werden Objekte sichtbar, die hundert Millionen Mal schwächer sind, als das menschliche Auge wahrnehmen kann. Große Himmelsmosaike, die bisher eher die Ausnahme waren, sollen mit Roman zur Routine werden. Weil einige Systeme sogar besser arbeiten als gefordert, hofft die NASA zudem auf zusätzliche Forschungsmöglichkeiten. Ankommen soll Roman an seinem Zielpunkt Anfang Dezember, die ersten wissenschaftlichen Bilder erwartet die NASA Anfang 2027.

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