Titan: Steckbrief

Symbolbild (Illustration): Saturn mit Monden. Die Abbildung zeigt Titan nicht im Detail.

In diesem Titan-Steckbrief erfährst du das Wichtigste über den größten Mond des Saturn. Nach Ganymed ist Titan der zweitgrößte Mond im ganzen Sonnensystem. Mit gut 5.150 km Durchmesser ist er sogar größer als der Planet Merkur. Einzigartig macht ihn aber etwas anderes: Er ist der einzige Mond mit einer dichten Atmosphäre und neben der Erde der einzige bekannte Ort, an dem Flüssigkeit in Flüssen, Seen und Meeren über die Oberfläche fließt. Nur besteht diese Flüssigkeit nicht aus Wasser, sondern aus Methan und Ethan.

Entdeckt hat ihn der niederländische Astronom Christiaan Huygens am 25. März 1655. Titan war damit der erste Mond, den man beim Saturn gefunden hat. Wie viele weitere Begleiter der Ringplanet inzwischen hat, erfährst du im Beitrag Wie viele Monde hat der Saturn?.

Steckbrief: Der Titan

EigenschaftWert
Durchmesserca. 5.150 km (Radius 2.575 km)
Masse1,345 × 10²³ kg (ca. 0,023 Erdmassen)
Mittlere Entfernung zum Saturnca. 1,22 Millionen km
Umlaufzeit um Saturn15,95 Erdtage
Rotationsdauer15,95 Erdtage (gebundene Rotation)
Dichte1,88 g/cm³
Schwerkraft an der Oberfläche1,35 m/s² (ca. 14 % der Erdgravitation)
Oberflächentemperaturca. −179 °C
Atmosphärendruck an der Oberflächeca. 1,5 bar (etwa 60 % mehr als auf der Erde)
Atmosphäreca. 95 % Stickstoff, ca. 5 % Methan
Entdeckung25. März 1655 durch Christiaan Huygens
Besuchende RaumsondenPioneer 11, Voyager 1 und 2, Cassini-Huygens (Landung 14. Januar 2005)

Größe und innerer Aufbau von Titan

Titan ist etwa 50 Prozent breiter als unser Erdmond, aber deutlich leichter, als seine Größe vermuten lässt. Das liegt an seiner geringen Dichte von rund 1,88 g/cm³: Er besteht etwa zur Hälfte aus Wassereis und zur Hälfte aus Gestein. Im Inneren steckt vermutlich ein Kern aus wasserhaltigem Silikatgestein mit rund 4.000 km Durchmesser. Darüber liegt eine Schicht aus besonders dichtem Hochdruckeis. Spannend wird es weiter oben: Messungen der Raumsonde Cassini und ihres Landers Huygens deuten auf einen Ozean aus salzigem, flüssigem Wasser hin, der etwa 55 bis 80 km unter der eisigen Kruste liegt.

Umlauf und Rotation von Titan

Titan umkreist Saturn in rund 1,2 Millionen Kilometern Abstand und braucht für eine Runde knapp 16 Tage. Genauso lange dauert eine Drehung um die eigene Achse. Diese gebundene Rotation kennst du vom Erdmond: Titan zeigt seinem Planeten immer dieselbe Seite. Zusammen mit Saturn braucht er rund 29,5 Jahre für einen Umlauf um die Sonne, daher dauert jede Jahreszeit auf Titan etwa siebeneinhalb Jahre.

Dichte Atmosphäre aus Stickstoff und Methan

Die Lufthülle von Titan besteht zu etwa 95 Prozent aus Stickstoff, ähnlich wie bei der Erde, dazu kommen rund 5 Prozent Methan. Weil Titan eine schwache Schwerkraft hat, reicht seine Atmosphäre rund 600 km weit ins All, etwa zehnmal höher als die irdische. Am Boden ist der Druck etwa 60 Prozent höher als bei uns. Das fühlt sich ungefähr so an wie in fünf Metern Wassertiefe. Sonnenlicht spaltet das Methan ständig auf, und daraus entsteht ein orangebrauner Dunst, der die Oberfläche im sichtbaren Licht fast komplett verhüllt. Woher ständig neues Methan nachkommt, ist bis heute nicht geklärt.

Die Oberfläche von Titan

Erst das Radar der Raumsonde Cassini konnte durch den Dunst blicken. Es zeigte eine erstaunlich erdähnliche Landschaft mit Dünenfeldern, Flusstälern und Bergen aus Wassereis. Bei rund −179 °C ist Eis dort so hart wie Gestein, während Methan und Ethan flüssig sind. Sie regnen aus Wolken herab, graben Flussbetten und sammeln sich vor allem nahe dem Nordpol in großen Seen und Meeren. Das größte davon, das Kraken Mare, ist größer als das Kaspische Meer. Am 14. Januar 2005 landete die europäische Sonde Huygens als erstes menschengemachtes Objekt auf einem Mond im äußeren Sonnensystem und schickte Bilder von rundlichen Eisbrocken auf feuchtem Boden.

Kann es auf Titan Leben geben?

Mit seiner komplexen organischen Chemie und dem verborgenen Wasserozean gilt Titan als einer der spannendsten Orte für die Suche nach Leben. Leben in den eiskalten Methanseen müsste allerdings völlig anders funktionieren als auf der Erde. Genau das will die NASA-Mission Dragonfly genauer untersuchen: Eine große Flugdrohne soll im Juli 2028 starten, 2034 ankommen und dann von Ort zu Ort fliegen. Mehr zum Planeten selbst liest du unter Wie weit ist der Saturn von der Erde entfernt? und Wie sind die Ringe des Saturns entstanden?.

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