Symbolbild: Die Internationale Raumstation im Erdorbit. Die Abbildung zeigt nicht den Außenbordeinsatz vom 5. November oder den neuen Solarflügel.
An Bord der Internationalen Raumstation ISS laufen gerade die letzten Vorbereitungen für einen Außenbordeinsatz. Am Donnerstag, dem 5. November, sollen der kanadische Astronaut Joshua Kutryk und sein NASA-Kollege Anil Menon die Luftschleuse Quest verlassen und den achten und letzten neuen Solarflügel an der Station anbringen. Los gehen soll es laut NASA um 14:30 Uhr deutscher Zeit, eingeplant sind rund sieben Stunden.
Am Dienstag haben die beiden ihre Werkzeuge in der Schleuse zusammengestellt, die Sicherungsleinen geprüft und jeden Arbeitsschritt noch einmal durchgesprochen. Ihre Kolleginnen und Kollegen Jessica Watkins und Luke Delaney helfen ihnen am Donnerstag in die Raumanzüge, behalten den Einsatz von innen im Blick und steuern den Roboterarm Canadarm2, der die Astronauten und das Bauteil an die richtige Stelle bringt.
Der zweite Teil eines Doppeleinsatzes
Ganz neu ist die Aufgabe für die beiden nicht. Schon am 29. Oktober waren Kutryk und Menon draußen und haben einen solchen Flügel an der linken Seite des großen Gitterträgers der Station montiert. Jetzt ist die rechte Seite dran. Mit diesem zweiten Ausstieg soll die kleine Serie abgeschlossen sein.
Die neuen Flügel werden wie eine Rolle ins All gebracht und entfalten sich nach der Montage wie ein ausgerollter Teppich. Sie kommen nicht anstelle der alten, großen Solarpaneele, sondern werden über einen Teil davon gesetzt. So nutzt die Station die vorhandene Technik weiter und bekommt trotzdem frische Leistung.
Warum die ISS mehr Strom braucht
Die ursprünglichen Solarmodule der ISS wurden ab dem Jahr 2000 nach und nach montiert, die ältesten arbeiten also seit über 25 Jahren. Strahlung und Temperaturschwankungen im Orbit setzen ihnen über die Jahre zu, sie liefern deshalb nach und nach weniger Strom. Gleichzeitig brauchen Experimente und Geräte an Bord viel Energie. Deshalb hat die NASA im Juni 2021 begonnen, Schritt für Schritt neue Flügel nachzurüsten.
Mit dem letzten Exemplar soll die Station statt etwa 160 Kilowatt künftig rund 215 Kilowatt erzeugen können. Das ist ein deutliches Plus für ein Labor, auf dem ständig Versuche zu Medizin, Materialforschung und Erdbeobachtung laufen.
Was als Nächstes passiert
Die NASA überträgt den Einsatz am Donnerstag live, die Übertragung soll um 13 Uhr deutscher Zeit beginnen. Wenn du zuschauen willst, kannst du also schon die Vorbereitungen in der Schleuse verfolgen.
Danach geht der Alltag auf der Station weiter. Die Crew lädt gerade einen Dragon-Frachter von SpaceX aus und wieder ein, der seit dem 15. Oktober an der ISS angedockt ist. Er soll Mitte November mit fertigen Experimenten und Hardware zur Erde zurückkehren. Ob der Außenbordeinsatz wie geplant klappt, zeigt sich am Donnerstagabend.