Der Radiant (auch Strahlungspunkt oder Radiationspunkt) ist der scheinbare Punkt am Himmel, aus dem die Sternschnuppen eines Meteorstroms kommen.
Wichtig:
Der Radiant ist kein realer Ort, an dem die Meteore tatsächlich entstehen. Er ist lediglich eine Perspektiventäuschung – ähnlich wie die Schienen eines Bahngleises, die sich in der Ferne scheinbar treffen.
Wie entsteht der Radiant?
- Die Erde bewegt sich mit ~30 km/s um die Sonne.
- Ein Meteorstrom besteht aus vielen winzigen Partikeln, die alle fast parallel auf parallelen Bahnen die Sonne umlaufen.
- Wenn die Erde durch diese Staubspur fliegt, treffen die Partikel aus einer einzigen Richtung auf die Erdatmosphäre.
- Für einen Beobachter auf der Erde sehen alle diese Meteore so aus, als kämen sie aus einem gemeinsamen Punkt – dem Radiant.
Beispiele bekannter Radianten:
| Meteorstrom | Radiant liegt im Sternbild | Höhepunkt | Typische ZHR* |
|---|---|---|---|
| Perseiden | Perseus | 12.–13. August | 80–150 |
| Geminiden | Zwillinge (Gemini) | 13.–14. Dezember | 80–150+ |
| Leoniden | Löwe (Leo) | 17.–18. November | 10–20 (normal) |
| Quadrantiden | Bärenhüter / Drache (Bootes/Draco-Grenze) | 3.–4. Januar | 80–120 |
| Lyriden | Leier (Lyra) | 21.–22. April | 10–20 |
*ZHR = Zenithal Hourly Rate = theoretische Maximalrate bei perfektem Himmel und Radiant im Zenit
Merksatz für den Radiant:
Je höher der Radiant am Himmel steht, desto mehr Meteore sieht man – deshalb sind die besten Beobachtungsstunden meist in der zweiten Nachthälfte, wenn der Radiant höher steht.
Der Radiant kurz zusammengefasst:
Der Radiant ist der scheinbare Ursprungspunkt eines Meteorstroms am Sternenhimmel – er zeigt die Richtung, aus der die Staubpartikel relativ zur Erde anfliegen.