Am 28. September 2026 hat das Starship von SpaceX zum ersten Mal eine stabile Erdumlaufbahn erreicht. Die Rakete hob beim 14. Testflug um 14:49 Uhr MESZ vom Firmengelände Starbase an der Küste von Texas ab. Die Oberstufe setzte 26 Starlink-Satelliten der neuen Generation V3 aus und landete gut drei Stunden nach dem Start kontrolliert im Pazifik nördlich von Hawaii. Bei allen früheren Flügen war Starship bewusst etwas langsamer als nötig geblieben und in die Atmosphäre zurückgefallen, bevor es die Erde einmal umrunden konnte.
Der Flug begann mit einigen bangen Minuten. Die erste Stufe, der Super-Heavy-Booster, trennte sich wie geplant, flog zurück in Richtung Küste und landete wenige Minuten nach dem Start kontrolliert im Golf von Mexiko. Beim weiteren Aufstieg schaltete jedoch eines der sechs Raptor-Triebwerke der Oberstufe vorzeitig ab. Die übrigen fünf liefen dafür länger, und die Flugkontrolle nahm sich einige zusätzliche Minuten, um zu entscheiden, ob Starship den letzten Schub in die Umlaufbahn überhaupt wagen sollte. Zwischenzeitlich hieß es in der Liveübertragung sogar, dieses Manöver werde abgesagt. Dann kam die Freigabe: Ein einzelnes Raptor-Triebwerk zündete für 19 Sekunden erneut und brachte Starship in eine niedrige Bahn in rund 275 Kilometern Höhe. SpaceX wollte nur dann in den Orbit, wenn die Triebwerke für das spätere Bremsmanöver zurück zur Erde verlässlich arbeiten. Eine unkontrollierte Rückkehr der rund 100 Tonnen schweren Stufe sollte auf jeden Fall vermieden werden.
Satelliten und frühe Rückkehr
Kurz nach dem Erreichen der Umlaufbahn begann das Aussetzen der Nutzlast. Innerhalb von etwa einer halben Stunde verließen 26 Starlink-V3-Satelliten nacheinander die Rakete. Es sind die ersten Satelliten dieser Baureihe, die Starship in eine nutzbare Umlaufbahn gebracht hat und die dort im Netz arbeiten sollen. Beim vorherigen Flug im Juli hatte Starship schon 20 V3-Satelliten ausgesetzt, damals aber auf einer Bahn, die nicht um die Erde führte, sodass sie wieder verglühten. Die V3-Satelliten wiegen jeweils rund zwei Tonnen und sind zu groß für die Nutzlastverkleidung der Falcon 9. Laut SpaceX liefert jeder von ihnen etwa zehnmal so viel Kapazität wie die älteren Modelle. Das Unternehmen meldete Kontakt zu allen 26 Satelliten.
Im Orbit blieb die Oberstufe kürzer als geplant. Vorgesehen waren rund sechs Erdumrundungen und eine Landung vor Chile nach fast zehn Stunden. Wegen des Triebwerksproblems entschied die Flugkontrolle aus Vorsicht, früher zurückzukehren. Mit einem Bremsmanöver steuerte Starship ein vorab freigegebenes Landegebiet nördlich von Hawaii an. Nach dem Wiedereintritt in die Atmosphäre zündeten kurz vor der Wasseroberfläche drei Triebwerke, das Schiff richtete sich auf und setzte um 17:57 Uhr MESZ auf dem Wasser auf. Wie bei den meisten dieser Landungen kippte es danach um und explodierte, weil sich Resttreibstoff entzündete.
Für die Raumfahrt ist der Flug ein wichtiger Schritt. Starship ist die bisher größte und stärkste Trägerrakete, und beide Stufen sind für die Wiederverwendung ausgelegt. Die NASA hat bei SpaceX eine Variante von Starship als Mondlander für das Artemis-Programm beauftragt. Die erste bemannte Mondlandung des Programms ist mit der Mission Artemis IV für 2028 geplant; ob dabei Starship oder der Lander Blue Moon von Blue Origin zum Einsatz kommt, hat die NASA noch nicht festgelegt. NASA-Chef Jared Isaacman gratulierte SpaceX öffentlich. Bis Astronautinnen und Astronauten mit Starship fliegen, braucht SpaceX aber noch viele weitere Testflüge, längere Aufenthalte im Orbit und den Nachweis, dass sich die Stufe im All betanken lässt. Für eine Mondlandung muss der Lander vorher im Erdorbit betankt werden; nach NASA-Angaben sind dafür mehr als zehn Tankflüge nötig. Außerdem will SpaceX die Oberstufe künftig wie den Booster mit den Greifarmen des Startturms auffangen, versucht hat das Unternehmen das bisher noch nicht.