FLEX und Sentinel-3C: Europas Doppelstart ist gelungen

Heute Nacht um 03:21 Uhr MESZ ist vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou eine Vega-C gestartet – Flug VV30. An Bord waren zwei Erdbeobachtungssatelliten: der Fluorescence Explorer FLEX der Europäischen Weltraumorganisation ESA und Copernicus Sentinel-3C. Wenige Stunden später meldete das ESA-Kontrollzentrum ESOC in Darmstadt: Von beiden Satelliten ist das erste Funksignal angekommen. Sie sind sicher von der Rakete getrennt und haben Kontakt zur Bodenkontrolle.

Zuerst wurde Sentinel-3C ausgesetzt, FLEX folgte rund eine Stunde später. Möglich machte den Doppelstart ein Adapter namens Vespa, der beide Satelliten unter einer Nutzlastverkleidung stapelte. Die nächsten Tage gehören der sogenannten Launch-and-Early-Orbit-Phase: Die Teams prüfen Systeme und Instrumente, bevor die eigentliche Arbeit beginnt. Betreiber der Vega-C bei diesem Flug war die italienische Firma Avio; das Vega-C-Programm führt die ESA.

Was FLEX misst

FLEX ist Europas erster Satellit, der gezielt die Photosynthese der Vegetation aus dem Orbit messen soll. Pflanzen wandeln Sonnenlicht, Wasser und Kohlendioxid in Zucker um – und strahlen dabei ein winziges Leuchten ab, die Chlorophyll-Fluoreszenz. Mit bloßem Auge ist sie unsichtbar. Das Instrument FLORIS an Bord von FLEX soll dieses schwache Signal trotzdem erfassen und daraus ableiten, wie aktiv und wie gestresst Pflanzen gerade sind. Trockenheit oder Hitze ändern das Signal oft, bevor Schäden am Boden klar zu sehen sind. Mehr zur Messidee steht schon im Vorbericht ESA-Satellit FLEX misst Photosynthese aus dem All.

Was Sentinel-3C macht

Sentinel-3C ist der dritte Satellit der Sentinel-3-Serie im EU-Programm Copernicus. Er soll Ozeane, Land, Eis und Atmosphäre systematisch beobachten – unter anderem Temperaturen, Meeresfarbe, Eis- und Vegetationszustand. Nach der Inbetriebnahme übernimmt EUMETSAT den Routinebetrieb von Sentinel-3C; FLEX bleibt unter ESA-Kontrolle. Zunächst fliegt FLEX im Verbund mit Sentinel-3A, später soll Sentinel-3C diesen Platz im Tandem übernehmen. Die gemeinsamen Messungen sollen Atmosphäre und Landbedeckung mit dem Fluoreszenzsignal verknüpfen und so ein vollständigeres Bild davon geben, wie die Vegetation der Erde funktioniert.

Aus dem geplanten Nachtstart ist ein gelungener Doppelstart geworden. Die Wissenschaft beginnt erst nach der Inbetriebnahme; Orbit und Kontakt sind geschafft.

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