Draconiden 2026: Sternschnuppen am Abend des 8. Oktober

Am Donnerstagabend, dem 8. Oktober, erreichen die Draconiden 2026 ihren Höhepunkt. Der Meteorstrom ist vom 6. bis zum 10. Oktober aktiv, rechnerisch liegt sein Maximum in der Nacht zum Freitag gegen 3 Uhr MESZ. Wenn du ein paar Sternschnuppen sehen willst, musst du aber nicht bis dahin warten: Anders als bei den meisten Meteorströmen sind die Chancen am Abend am besten, etwa zwischen 20:30 und 23:30 Uhr. Auch der Mond spielt mit. Am Samstag, dem 10. Oktober, ist Neumond, und die hauchdünne Sichel geht erst kurz vor Sonnenaufgang auf. Der Himmel bleibt also die ganze Nacht über dunkel.

Allzu viel solltest du trotzdem nicht erwarten. Die Draconiden gehören zu den schwachen Strömen. Unter einem wirklich dunklen Landhimmel sind im besten Fall etwa fünf Meteore pro Stunde zu sehen, in der Stadt deutlich weniger. Einen Ausbruch mit außergewöhnlich vielen Sternschnuppen sagen die Fachleute für dieses Jahr nicht voraus.

Warum der Abend zählt

Alle Sternschnuppen eines Stroms scheinen von einem gemeinsamen Punkt am Himmel auszugehen, dem Radianten. Bei den Draconiden liegt er im Kopf des Sternbilds Drache, hoch im Norden. Von Deutschland aus geht der Drache nie unter. Am höchsten steht er aber kurz nachdem es dunkel geworden ist, danach rückt er Stunde um Stunde näher an den Horizont. Je höher der Radiant steht, desto mehr Meteore erreichen den sichtbaren Himmel. Deshalb ist bei den Draconiden der Abend ergiebiger als die frühen Morgenstunden, die sonst als beste Sternschnuppenzeit gelten.

Auffällig ist auch das Tempo der Draconiden. Ihre Staubteilchen tauchen mit rund 20 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre ein, die Perseiden im August sind fast dreimal so schnell. Die Leuchtspuren ziehen deshalb vergleichsweise ruhig über den Himmel.

Ein Fernglas oder Teleskop brauchst du nicht, beides würde das Blickfeld nur verkleinern. Such dir am besten einen Platz abseits von Straßenlaternen, leg dich auf eine Liege oder Decke und gib deinen Augen eine gute Viertelstunde Zeit, sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Das Handy bleibt in der Zeit besser in der Tasche. Den Drachen musst du nicht finden: Die Sternschnuppen können überall am Himmel aufleuchten, und ein Stück neben dem Radianten sind ihre Spuren länger und leichter zu erkennen. Zieh dich warm an, Oktoberabende werden schnell kühl.

Ein Komet mit Überraschungen

Die Staubteilchen stammen vom Kometen 21P/Giacobini-Zinner. Sein Kern misst nur etwa zwei Kilometer, für eine Runde um die Sonne braucht er rund 6,6 Jahre. Jedes Mal, wenn er sich der Sonne nähert, verliert er Eis und Gestein, und durch diese Staubspur fliegt die Erde jedes Jahr Anfang Oktober. Entdeckt hat ihn der Franzose Michel Giacobini im Dezember 1900 an der Sternwarte in Nizza. Danach ging er verloren, bis ihn der deutsche Astronom Ernst Zinner im Oktober 1913 an der Remeis-Sternwarte in Bamberg wiederfand. 1985 flog die NASA-Sonde ICE an ihm vorbei, es war die erste Begegnung einer Raumsonde mit einem Kometen überhaupt.

Meist sind die Draconiden unscheinbar, doch ab und zu zeigen sie, was in ihnen steckt. 1933 sahen Beobachter in Europa auf dem Höhepunkt nach Angaben der NASA rund 500 Meteore pro Minute, 1946 gab es in den USA einen regelrechten Sternschnuppensturm. 2011 zählten Beobachter in Europa für kurze Zeit mehrere hundert Meteore pro Stunde. Solche Ausbrüche entstehen, wenn die Erde durch eine besonders dichte, noch junge Staubwolke des Kometen fliegt. Für 2026 ist das nicht zu erwarten, obwohl der Komet erst am 25. März 2025 zuletzt an der Sonne vorbeigezogen ist.

Wenn du am Donnerstag kein Glück mit dem Wetter hast, kannst du es auch an den Abenden davor und danach versuchen, dann allerdings mit noch weniger Meteoren. Der nächste größere Meteorstrom folgt noch in diesem Monat: Die Orioniden haben in der Nacht vom 21. auf den 22. Oktober ihren Höhepunkt.

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