Crew-12 mit Sophie Adenot vor der Rückkehr von der ISS

Auf der Internationalen Raumstation ISS hat der Abschied der Crew-12 begonnen. Frühestens am Mittwoch, 7. Oktober, um 7:05 Uhr MESZ sollen die NASA-Astronauten Jessica Meir und Jack Hathaway, die französische ESA-Astronautin Sophie Adenot und der Roskosmos-Kosmonaut Andrey Fedyaev mit ihrer Dragon-Kapsel von der Station abdocken. Die Wasserung vor der Küste Kaliforniens ist für Donnerstag, 8. Oktober, gegen 17:25 Uhr MESZ geplant. Ob es dabei bleibt, hängt von Wetter, Seegang und der Bereitschaft von Kapsel und Bergungsteams ab. Den genauen Landeort und die endgültige Uhrzeit wollen NASA und SpaceX erst kurz vor dem Abdocken festlegen.

Die vier waren am 13. Februar mit einer Falcon-9-Rakete von Cape Canaveral in Florida gestartet und hatten am Tag darauf an der Station angedockt, Meir als Kommandantin der Dragon und Hathaway als Pilot. Seit der Nacht zum 2. Oktober ist ihre Ablösung da. Die Crew-13 erreichte die ISS nach 7 Stunden und 55 Minuten Flug. Laut NASA war das der schnellste Weg eines US-Raumschiffs vom Start bis zum Andocken in der Geschichte der Station. Seitdem leben elf Menschen an Bord, üblich sind sieben.

Kommandowechsel am Sonntag

Die Heimkehrer haben in den vergangenen Tagen schon Fracht verpackt, die Systeme ihrer Dragon eingerichtet und ihre Druckanzüge getestet. Am Samstag räumten die Neuankömmlinge ihre Kapsel aus, brachten Sicherheitsausrüstung in ihr Raumschiff und sprachen durch, wer im Notfall welche Aufgabe übernimmt. Heute übergibt die Crew-12 dann offiziell ihre Arbeit an die Nachfolger. Bei einer Abschiedszeremonie reicht Jessica Meir außerdem das Kommando über die Station an den Kosmonauten Pyotr Dubrov weiter. Die NASA überträgt die Feier ab 16:20 Uhr MESZ live auf ihren Streaming-Kanälen.

Hinter der Crew liegen Monate voller Forschung, sie war an Hunderten Experimenten beteiligt. Adenot arbeitete zum Beispiel am Metall-3D-Drucker der ESA im europäischen Columbus-Modul, der 2024 als erster Drucker Metallteile im All hergestellt hat. Mehrere kleine Metallteile, die damit in der Schwerelosigkeit entstanden sind, wurden bereits zur Erde gebracht und werden dort mit Teilen verglichen, die am Boden gefertigt wurden. Außerdem testete sie ein Verfahren, mit dem sich aus dem Trinkwasser der Station Infusionslösung herstellen lässt, und kümmerte sich um einen Versuch mit einem Gerüst aus Holz, das wie ein Knochen aufgebaut ist und das Wachstum von Knochenzellen fördern soll. Meir arbeitete unter anderem am Cold Atom Lab, in dem extrem kalte Atome in der Schwerelosigkeit länger beobachtet werden können als auf der Erde.

Sophie Adenot wird in Köln erwartet

Für Adenot endet mit der Landung ihre Mission εpsilon. Nach Angaben der ESA hat keine europäische Astronautin und kein europäischer Astronaut je einen längeren einzelnen Raumflug absolviert. Die Marke von 200 Tagen im All überschritt sie am 3. September. Dazu kommen drei Außeneinsätze innerhalb von 15 Tagen mit zusammen 19 Stunden und 42 Minuten außerhalb der Station. Nach der Wasserung fliegt sie zurück nach Europa und soll auf dem Flughafen der Flugbereitschaft des Verteidigungsministeriums in Köln-Wahn landen. Einen neuen Termin hat die ESA noch nicht genannt. Vom Flughafen aus geht es zum Europäischen Astronautenzentrum der ESA und in die Anlage envihab des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Dort betreuen sie Flugärzte, Physiotherapeuten und Trainer der ESA mit einem eigenen Programm, während sich ihr Körper wieder an die Schwerkraft gewöhnt.

Auf der ISS stehen derweil schon die nächsten Aufgaben an. Als Nächstes soll ein Dragon-Frachter von SpaceX frühestens im Oktober starten. Er bringt neben Experimenten und Vorräten auch die letzten der neuen Solarflügel für die Station, die Astronauten bei späteren Außeneinsätzen montieren sollen.

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