NASA-Teleskop Swift misst wieder Gammastrahlen

Das NASA-Weltraumobservatorium Neil Gehrels Swift misst wieder Gammastrahlen und darf erneut selbstständig auf neue Blitze am Himmel schwenken. Das Team bestätigte, dass sein Gammastrahlen-Detektor, das Burst Alert Telescope, am 18. September 2026 kalibriert war und Gammastrahlen aufzeichnet, die energiereichste Form von Licht. Am 21. September gab die Flugkontrolle außerdem das automatische Umschwenken wieder frei: Entdeckt der Detektor einen Ausbruch, unterbricht Swift seinen Tagesplan und richtet seine Ultraviolett- und Röntgenteleskope auf die Stelle. Die NASA hat den Schritt am 25. September 2026 bekannt gegeben.

Swift kreist seit mehr als zwanzig Jahren in einer niedrigen Umlaufbahn um die Erde. Das Observatorium beobachtet ein breites Spektrum von Licht, schwenkt schnell auf kurze Ausbrüche und alarmiert andere Teleskope im All und am Boden. Das Burst Alert Telescope überblickt dabei auf einmal etwa 16 Prozent des Himmels. Die beiden anderen Instrumente, das Ultraviolett- und Optik-Teleskop und das Röntgenteleskop, hatte das Team schon am 26. August wieder eingeschaltet. Vorausgegangen war das Aus für eine kommerzielle Rettungsmission: Das Raumschiff LINK der Firma Katalyst Space sollte Swift einfangen und in eine höhere Bahn heben. Nach dem Start im Juli bekam LINK jedoch Probleme mit der Lageregelung. Am 19. August teilten NASA und Katalyst mit, dass LINK Swift nicht mehr einfangen und anheben wird. Stattdessen testete Katalyst mit LINK Annäherungsmanöver als Technikdemo für künftige Wartungsarbeiten im Orbit. Anfang September kam LINK bis auf 12 bis 15 Kilometer an Swift heran, näher soll es nicht mehr gehen.

Warum der Detektor aus war

Um Swift möglichst lange in der Umlaufbahn zu halten, hatte das Team den Betrieb schrittweise zurückgefahren. Ab Dezember 2025 tauschte es rund ein Viertel der geplanten Beobachtungsziele gegen Himmelsrichtungen aus, bei denen das Observatorium weniger Luftwiderstand hat. Ab Februar richtete das Team Swift nur noch nach geringem Luftwiderstand aus und setzte den Großteil der Beobachtungen aus: Das Ultraviolett- und das Röntgenteleskop wurden abgeschaltet, automatische Schwenks nach Gammastrahlen-Alarmen gab es nicht mehr. Das Burst Alert Telescope registrierte zunächst weiter Ausbrüche. Im April schaltete das Team dann auch das Burst Alert Telescope ab, um Strom zu sparen. So konnten die Solarpaneele so ausgerichtet werden, dass sie möglichst wenig Luftwiderstand erzeugen. Swift sollte damit lange genug über der kritischen Höhe bleiben, bis LINK die Bahn anheben würde. Seit Swift wieder wissenschaftlich beobachtet, sinkt das Observatorium wieder schneller.

Derzeit fliegt das Observatorium laut NASA in rund 325 Kilometern Höhe. Unterhalb von etwa 300 Kilometern wird der Betrieb schwieriger, und die wissenschaftlichen Messungen werden voraussichtlich enden. Das Team rechnet damit, dass Swift diese Grenze Anfang bis Mitte Oktober erreicht. Bis dahin kann das Observatorium wieder das tun, wofür es gebaut wurde: kurze, helle Ausbrüche von Gammastrahlen aufspüren und andere Teleskope alarmieren.

Für die Astronomie ist das ein knappes, aber wertvolles Zeitfenster. Viele Gammastrahlenausbrüche dauern nur Sekunden. Wer sie sofort erfasst, kann oft noch das Nachleuchten in anderen Wellenlängen beobachten und so Entfernung und Herkunft eingrenzen. Wie lange Swift das noch kann, hängt davon ab, wie schnell die Bahn weiter absinkt.

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