MMX: Start zum Marsmond Phobos am 19. Oktober

Symbolbild: Der Mars, Ziel der Sonde MMX. Das Bild zeigt weder die Raumsonde MMX noch den Rover Idefix oder die Marsmonde Phobos und Deimos.

Am Montagabend, dem 19. Oktober, soll die japanische Raumsonde MMX zum Marsmond Phobos aufbrechen. Der Start auf einer H3-Rakete vom Weltraumbahnhof Tanegashima im Süden Japans ist für 21:41 Uhr MESZ geplant, in Japan ist es dann schon Dienstagmorgen. Erstmals sollen damit Gesteinsproben eines Marsmondes zur Erde gelangen. Mit an Bord ist ein kleiner Rover namens Idefix, den das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die französische Raumfahrtagentur CNES gemeinsam gebaut haben.

Die japanische Raumfahrtagentur JAXA überträgt den Start live auf ihrem YouTube-Kanal. Sollte es am Montag nicht klappen, etwa wegen des Wetters, gibt es Ausweichtermine bis Anfang November.

Woher kommen Phobos und Deimos?

Der Mars hat zwei Monde, beide klein und alles andere als kugelrund. Phobos ist entlang seiner längsten Achse knapp 27 Kilometer lang, Deimos bringt es auf etwa 15. Wie die zwei Begleiter entstanden sind, ist bis heute offen – obwohl schon zahlreiche Missionen den Roten Planeten erforscht haben. Eine Möglichkeit: Es handelt sich um Asteroiden, die der Mars mit seiner Schwerkraft eingefangen hat. Die andere: Ein heftiger Einschlag hat Gestein vom Mars in eine Umlaufbahn befördert, aus dem sich die Monde später gebildet haben. Klarheit dürften erst Analysen von echtem Phobos-Material in irdischen Laboren bringen. Weil Einschläge im Lauf der Zeit vermutlich auch Marsgestein bis nach Phobos befördert haben, könnte die Probe sogar Spuren des Planeten selbst enthalten.

So soll die Mission ablaufen

Rund ein Jahr dauert die Reise. Im August 2027 soll MMX in den Marsorbit eintreten, ab September 2027 folgt eine Bahn um Phobos, von der aus die Sonde den Mond genau vermisst. Für Anfang 2029 ist der Einsatz von Idefix geplant: Die Sonde gibt den Rover in rund 40 Metern Höhe frei, den Rest des Weges legt er im freien Fall zurück. Idefix hat etwa die Abmessungen einer Getränkekiste und eine Masse von 25 Kilogramm. Weil der kleine Mond nur eine winzige Anziehungskraft hat, entspricht das Gewicht des Rovers dort dem eines 15-Gramm-Gegenstands auf der Erde. Ein Radfahrzeug auf einem derart kleinen Himmelskörper hat es bislang nicht gegeben.

Rund drei Monate lang soll Idefix den Boden untersuchen. Das DLR hat unter anderem das Fahrwerk und das System zum Aufrichten nach der Landung beigesteuert. Dazu kommen ein Raman-Spektrometer, das die Zusammensetzung des Bodens bestimmt, und ein Radiometer, das seine Temperatur misst. Betrieben wird Idefix von Teams des DLR in Köln und des CNES in Toulouse. Was Idefix herausfindet, hilft auch bei der Vorbereitung der eigentlichen Landung, denn später setzt die Muttersonde selbst auf Phobos auf und sammelt Proben. 2031 soll eine Kapsel mit mindestens zehn Gramm Phobos-Material in Australien landen.

Ein großes Gemeinschaftsprojekt

Für Japan ist MMX die bislang aufwendigste Mission zu einem anderen Himmelskörper. Neben JAXA, DLR und CNES sind die NASA und die Europäische Weltraumorganisation ESA beteiligt. Die NASA liefert unter anderem ein Messgerät, das die chemische Zusammensetzung von Phobos aus der Umlaufbahn bestimmen soll. Deutschland, Frankreich und Japan haben schon einmal gemeinsam einen kleinen Himmelskörper angesteuert: Die Asteroidensonde Hayabusa2 trug den deutsch-französischen Lander MASCOT, der 2018 auf Ryugu niederging. 2020 lieferte Hayabusa2 Material des Asteroiden auf der Erde ab.

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