Beitragsbild: Symbolbild – die Internationale Raumstation ISS. Nicht die Crew-12-Wasserung.
Am Donnerstag, dem 8. Oktober, ist die Crew-12 sicher im Pazifik vor der Küste von Los Angeles gewassert. Die SpaceX-Dragon „Freedom“ mit den NASA-Astronauten Jessica Meir und Jack Hathaway, der französischen ESA-Astronautin Sophie Adenot und dem Roskosmos-Kosmonauten Andrey Fedyaev setzte um 17:34 Uhr MESZ auf dem Wasser auf. Damit endete ein Aufenthalt von 237 Tagen an der Internationalen Raumstation ISS. Bei der Wasserung der Crew-12 waren Schnellboote von SpaceX wenige Minuten nach der Landung an der Kapsel, danach wurde sie an Deck des Bergungsschiffs Shannon gehoben. Dort halfen Bergungsleute den vier beim Ausstieg – Adenot verließ die Kapsel als Dritte.
Abgedockt hatten die vier am Vortag, am Mittwoch, dem 7. Oktober, um 14:05 Uhr MESZ vom oberen Andockstutzen des Harmony-Moduls. Der Rückflug dauerte nach Angaben der ESA 27 Stunden und 29 Minuten. Im Wiedereintritt verlor die Kapsel den Großteil ihres Tempos – von rund 28.000 auf etwa 500 Kilometer pro Stunde. Erst öffneten sich die kleinen Stabilisierungsschirme, dann die vier Hauptfallschirme. Wetter und Seegang vor Kalifornien waren günstig, die Teams am Landeort hatten grünes Licht.
237 Tage Forschung und vier Weltraumspaziergänge
Crew-12 war am 13. Februar von Cape Canaveral in Florida gestartet und einen Tag später an der Station angedockt. Meir kommandierte die Dragon, Hathaway flog als Pilot. In knapp acht Monaten umrundeten sie die Erde mehr als 3.792 Mal und legten nach NASA-Angaben über 160 Millionen Kilometer zurück. An Bord arbeiteten sie an Hunderten Experimenten – von Stammzellen und Infusionslösung, die an Bord hergestellt wird, bis zu Ernährung und Durchblutung in der Schwerelosigkeit. Meir absolvierte in dieser Mission vier Weltraumspaziergänge und kommt damit auf sieben Einsätze insgesamt; unter den Frauen der NASA liegt sie damit hinter Peggy Whitson und Suni Williams. Adenot war dreimal draußen, insgesamt 19 Stunden und 42 Minuten, und wurde so die erste Französin mit einem Außeneinsatz an der ISS.
Für Adenot endet mit dieser Wasserung ihre Mission εpsilon. Die ESA nennt 237 Tage, 5 Stunden und 18 Minuten als genaue Flugdauer – den längsten Einzelraumflug eines europäischen Astronauten oder einer europäischen Astronautin, mehr als 35 Tage länger als die bisherige Bestmarke von Luca Parmitano. Für Hathaway und Adenot war es der erste Flug ins All, für Meir und Fedyaev der zweite. Meir kommt nach NASA-Angaben auf 440 Tage im All und gehört damit zu den zehn NASA-Astronautinnen und -Astronauten mit den meisten kumulierten Flugtagen.
Weiter nach Houston und Köln
Nach den ersten medizinischen Checks an Bord der Shannon flogen die vier mit dem Hubschrauber an Land und weiter mit einem NASA-Flugzeug nach Houston zum Johnson Space Center. Adenot kehrt danach nach Europa zurück und fliegt zum Europäischen Astronautenzentrum der ESA in Köln. Dort beginnt die übliche Nachbetreuung, während sich der Körper wieder an die Schwerkraft gewöhnt. Eine Pressekonferenz der Crew ist für den 15. Oktober am Johnson Space Center geplant; Adenot wird nach NASA-Angaben nicht dabei sein, da sie nach Europa zurückkehrt.
Auf der Station arbeitet nun die Crew-13, die in der Nacht zum 2. Oktober angekommen ist: Jessica Watkins und Luke Delaney von der NASA, Joshua Kutryk von der kanadischen Raumfahrtagentur CSA und Sergey Teteryatnikov von Roskosmos. Das Stationskommando hatte Meir schon am 4. Oktober an den Kosmonauten Pyotr Dubrov übergeben. Als Nächstes steht ein Dragon-Frachter von SpaceX an, der frühestens am 13. Oktober starten und unter anderem die letzten neuen Solarflügel für die Station bringen soll.